Vieste im Mittelalter




Während der byzantinischen Herrschaft genoß Vieste die Aufmerksamkeit und Wohltätigkeiten der Regierung von Costantinopel. In dieser Zeit erfolgte die Verwaltung Viestes durch den Turmarca in Zusammenarbeit mit Notaren, Richtern, "boni homines" und dem Bischof. Der Turmarca wurde aus dem Kreis der Lokalaristokraten gewählt und kümmerte sich um die Verteidigung der Stadt, die Rechtspflege, die Handelsangelegenheiten die Besitzrechte sowie um die Wahrung der Bedürfnisse des Gesellschaftslebens.
In der 2. Hälfte des Jahres 1000 wurde Roberto Drengot zum "Signore di Vieste" (Herrn von Vieste). Er war der Neffe von Rainulfo, dem ersten Normannen, der nach Apulien kam. In dieser Zeit wurden die
Burg und die Kathedrale auf dem höher gelegenen Stadtteil erbaut.
Dank der strategischen Lage wurde Vieste zum wichtigen Verteidigungszentrum des Gargano und war seit jeher Brückenkopf zum nahen Osten und Reiseziel bedeutender Persönlichkeiten des Mittelalters.
Pietro Orseolo II. Doge von Venedig, landete im Jahre 1002 in Vieste, als er mit 100 Schiffen der von Sarazenen belagerten Stadt Bari zu Hilfe kam.
Papst Alexander III. blieb 1177 einen Monat in Vieste bevor er sich mit dem Schiff auf den Weg nach Venedig machte, um dort den Frieden mit Friedrich Barbarossa zu unterschreiben.
Vieste lag auch
Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen am Herzen und er überhäufte die Stadt mit Wohltaten. Es wird berichtet, daß er 1242 nach dem Angriff der Venezianer -Verbündete des Papstes im Kampf gegen "Puer Apuliae"- nach Vieste kam und sofort die Kathedrale und die Burg restaurieren und die Stadtmauer verstärken ließ.
Ebenfalls in Vieste wurde
Papst Celestino V. im Auftrag des Papstes Bonifaz VIII. und Karl II. von Anjou gefangen, als er nach seinem Verzicht auf den päpstlichen Stuhl auf der Reise nach Illyrien war (1294).
In dieser Zeit wurde Vieste oft von den Piraten angegriffen. Traurig und berühmt sind die von den Sarazenen unter
Acmet Pascià (1480) und Dragut Rais (1554) angerichteten Gemetzel, bei denen große Schäden an der Stadt entstanden und unzählige Bewohner verschleppt wurden.



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