Vieste in der Antike




Bei Erdarbeiten und während der Bauarbeiteng für neue Häuser in der Stadt und der weiteren Umgebung (d.h. auf einem breiteren Gebiet als dem heutigen Vieste), wurden Reste alter Behausungen und letztlich auch ein Heilbad aus der vorrömischen Zeit entdeckt. Heute geht man davon aus, daß es sich bei dieser versunkenen Stadt um Uria (6. Jahrhundert v. Chr.) handelt, die schon von lateinischen und griechischen Schriftstellern wie Strabo, Dionysius der Lybische, Plinius, il Perigeta, Ptolomäus, Pomponio Mela in ihren Werken erwähnt wird.
Der wichtigste Beweis der Existenz der Stadt Uria stammt aus der 1987 gemachten Entdeckung des in Catulls Carme 36 erwähnten Tempels der Venus Sosandra in einer Höhle auf der kleinen Insel S. Eufemia, wo sich - der heutige Leuchtturm befindet. Auf den Wänden der Höhle wurden dieser Göttin von Fischern zahlreiche Widmungen sowohl auf griechisch und als auch auf lateinisch hinterlassen. Diese Funde datiert man auf den Zeitraum zwischen dem 3. Jh. v. Chr. und der spätrömischen Zeit. Um diese Stadt herum gab es weitere Siedlungen wie beispielsweise das von Ptolomäus erwähnte Apeneste (2. Jh. n.Chr.), das südlich von Vieste im Gebiet S. Salvatore zu finden ist, dort wo hunderte von hausförmigen Grabmälern verstreut sind.
Nord-westlich von Vieste, mit Blick auf Piano Grande, befinden sich die römischen Villen Merino und Fioravanti, die den römischen Gesetzen "Sempronia" und "Julia" folgend errichtet wurden. In diesen Ortschaften lebte man hauptsächlich von Landwirtschaft und Viehzucht. Der Handel fand für Apeneste über die Häfen von Campi und Porto Greco und der für die Villen über den Hafen von Scialmarino statt. Im Museo Civico (Stadtmuseum), das in der Altstadt zu finden ist, werden archäologische Funde aus der vorrömischen Zeit aufbewahrt, darunter einige Fragmente einer Stele mit einer mit messapischen Buchstaben eingeschnittenen epigraphischen Inschrift, die von O. Pierangeli als "das hervorragendste linguistische Dokument alter Daunia" bezeichnet wurde, und Vasen verschiedener Größen und Formen, Tränenkrügen, Lampen, Urnen, Töpfen, Waffen, Broschen, Spiralen und Anker aus Stein und Eisen.



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